Wo stärkt unser Wohlbefinden wirklich? Kurz: Körper und Psyche miteinander verbinden.

In meiner Arbeit – und ehrlich gesagt auch in meinem eigenen Leben – taucht immer wieder dieselbe Frage auf:

Was stärkt unser Wohlbefinden wirklich?

Nicht kurzfristig. Nicht als weiteres Versprechen oder Selbstoptimierungsprojekt. Sondern so, dass es uns im Alltag trägt.

Vor Kurzem bin ich auf eine grosse wissenschaftliche Übersichtsarbeit gestossen, die genau dieser Frage nachgeht. Sie fasst die Ergebnisse von 183 Studien mit über 22’000 erwachsenen Menschen zusammen – Menschen ohne diagnostizierte Erkrankungen, mitten im Leben. Menschen wie du und ich.

Was mich daran berührt hat: Die Ergebnisse sind klar und gleichzeitig sehr bodenständig. Fast alle untersuchten Ansätze stärken das Wohlbefinden. Achtsamkeit, Mitgefühl, Positive Psychologie, Yoga, Bewegung. All das wirkt. Am stärksten waren jedoch jene Interventionen, die Körper und Psyche miteinander verbinden.

Also nicht entweder denken oder fühlen. Nicht entweder verstehen oder bewegen. Sondern beides gemeinsam. Und als ich das gelesen habe, musste ich lächeln. Weil ich genau das aus meinem Alltag kenne.

Die besten Gespräche mit meinem vierjährigen Sohn entstehen nicht am Küchentisch, sondern beim gemeinsamen Gehen auf dem Weg in die Kita. Ich treffe Freundinnen am liebsten zu einem Spaziergang. Nebeneinander gehen, reden, schweigen, weitergehen. Und auch neue oder bekannte Menschen treffe ich am liebsten draussen für ein Walk & Talk, für ein gemeinsames Spazieren und Sprechen.

Weil sich dabei etwas löst. Weil Gedanken in Bewegung kommen, wenn der Körper in Bewegung ist. Weil Reflexion leichter wird, wenn wir nicht stillsitzen müssen.

Diese Studie bestätigt etwas, das ich in meinen Coachings immer wieder erlebe: Es gibt nicht den einen richtigen Weg. Keine Methode, die allen überlegen ist. Was zählt, ist die Verbindung. Und die Passung: Zu deinem Körper, zu deinem Rhythmus und zu dem, was in deinem Leben gerade wirklich da ist.

Deshalb verbinde ich in meiner Arbeit als Coach Bewegung mit Reflexion und Kreativität.
Spazieren, wahrnehmen, fühlen, sprechen, innehalten, weitergehen, eine Metapher, visionieren, ein Bild kreieren….

Positive psychologische Interventionen nicht am Schreibtisch, sondern im Gehen, im Erleben. Vielleicht geht es beim Wohlbefinden weniger darum, noch mehr an uns zu arbeiten. Und mehr darum, uns wieder ganz mitzunehmen.: Den Kopf, den Körper und unsere innere Erfahrung.

In der Studie waren naturbasierte Interventionen nicht eindeutig wirksamer als andere Ansätze. Nicht, weil Natur nichts bewirkt. Sondern weil ihre Wirkung schwer messbar ist. Natur lässt sich nicht standardisieren. Sie wirkt über Beziehung, über Präsenz, über das Nervensystem. Und oft erst dann, wenn wir wirklich da sind. Ich glaube, Wohlbefinden entsteht dort, wo wir aufhören, uns ständig optimieren zu wollen und anfangen, uns zuzuhören. Ich lasse dich mit einer Frage zurück, die mich selbst immer wieder begleitet:

Wo darf in deinem Leben gerade mehr Bewegung entstehen – innerlich oder äusserlich?

Wenn du Lust hast, das gemeinsam zu erkunden: Ich biete kostenfreie Kennenlern-Coachings an.

Die Gedanken sind inspiriert von einer aktuellen systematischen Übersichtsarbeit und Netzwerk-Metaanalyse zur Wirksamkeit von Wohlbefindensinterventionen:
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/41482596/