Interview mit Influence Digest: Pia Eggimann – Autorin deines Lebens & naturbasiertes Coaching

Dieses Interview wurde in Englisch bei Influence Digest publiziert und zwar hier. Hier nochmals mit leichten Anpassungen in Deutsch:

In einer Führungskultur, die oft Leistung über innere Kohärenz stellt, bietet Pia Eggimann eine geerdete Alternative: Führung, die auf Selbstautorität und Selbstannahme beruht. Pia lebt in Zürich, ist Coach und Leadership-Trainerin sowie Gründerin von Positive Coaching GmbH. Ihre Arbeit richtet sich an kompetente, einflussreiche Frauen, die nach aussen funktionieren, sich innerlich jedoch fragmentiert fühlen. Statt Menschen dabei zu helfen, sich an nicht stimmige Systeme anzupassen, fokussiert sie sich darauf, innere Autorität wiederherzustellen – damit Frauen ihr Leben führen und die Systeme, in denen sie wirken, von innen heraus beeinflussen können.

Im Zentrum ihrer Arbeit steht die Überzeugung, dass Führung dort beginnt, wo Frauen die Autorschaft über ihr eigenes Leben zurückerobern – als bewusste Autorinnen statt als passive Figuren in Rollen, Erwartungen oder Systemen, die nicht mehr passen.

Pias Ansatz verbindet Positive Psychologie, Embodiment, Nervensystemregulation, naturbasiertes Coaching, Leadership-Entwicklung und systemisches Bewusstsein. Ihr Ansatz ist ethisch, verkörpert und zutiefst menschlich.


Ursprung ihrer Arbeit

Pias Interesse an Sinnfragen und dem inneren Erleben des Menschen begann früh. Als sensibles und neugieriges Kind begann sie zu schreiben, sobald sie schreiben konnte – aus dem Wunsch heraus, das grössere Warum des Lebens zu verstehen, und aus Neugier darauf, weshalb sie selbst und andere denken, handeln und fühlen, wie sie es tun.

Mit der Zeit erkannte sie ein wiederkehrendes Muster: Entwicklung scheitert selten an fehlender Einsicht. Sie scheitert dann, wenn Menschen den Kontakt zu ihrer inneren Autorität verlieren und sich Erwartungen, Rollen und Systemen anpassen, die sie schrittweise aus der Kohärenz ziehen – später spürbar als Taubheit, Spannung oder als Verlust innerer Orientierung im Körper.

Was sie später klar sah: Viele Frauen scheitern nicht am Leben, sondern leben Geschichten, die sie nie bewusst selbst geschrieben haben.

Pia ist sich ihrer Privilegien bewusst – Bildung, Sicherheit, Freiheiten. Gleichzeitig sieht sie, dass weibliche Autorität in vielen Kontexten nicht gleichermassen willkommen ist. Dieses Feld erforscht sie nicht über Schuldzuweisungen, sondern über Verantwortung, Neugier und verkörpertes Verstehen.


Beruflicher Weg & systemische Intelligenz

Bereits mit 18 setzte sich Pia mit Psychologie, Geschlechterprägung und Körper auseinander und schrieb ihre Maturaarbeit über Unterschiede in der Körpersprache von Männern und Frauen. Obwohl sie ursprünglich Psychologin oder Therapeutin werden wollte, führten Unsicherheit und äusseres Feedback dazu, dass sie diesen Weg fast ein Jahrzehnt lang nicht verfolgte.

Rückblickend wurde diese Zeit zu einer Initiation darin, wie leicht Autorität ausgelagert wird – insbesondere von Frauen, die noch nicht in sich verankert sind.

Nach der Geburt ihres Sohnes erlebte Pia 2021 eine Phase von Depression und Angst – ein Wendepunkt, der ihr Commitment zu innerer Arbeit und verkörperter Führung vertiefte. Zwischen 2022 und 2025 investierte sie intensiv in ihre professionelle Entwicklung: 2,5 Jahre Coaching-Ausbildung, der CPCC-Abschluss, die ACC-Akkreditierung bei der International Coaching Federation, sowie ein Leadership-Programm in Spanien. 2022 gründete sie Positive Coaching.

Mit 36 blickt Pia auf Erfahrungen in Gastronomie, Technologie und Coaching zurück, auf Zusammenarbeit mit Organisationen in unterschiedlichen Entwicklungsphasen und auf den Aufbau ihres eigenen Unternehmens. Diese Vielfalt schärfte ihre systemische Intelligenz und machte sichtbar, wie sehr Umfelder Verhalten prägen – und dass vieles, was als individuelles Problem gilt, in Wahrheit ein systemisches Signal ist.


Coaching-Philosophie & zentrale Elemente

Pias Arbeit ist im Co-Active-Coaching verankert, das Sein und Tun gleichwertig betrachtet. Nachhaltige Veränderung entsteht aus innerer Kohärenz und anschliessend aus ausgerichtetem Handeln – nicht aus Druck oder Optimierung.

Die Natur ist eine tragende Säule ihrer Praxis. Viele Coachings finden draussen statt: Bewegung und natürliche Umgebungen unterstützen die Regulation des Nervensystems, fördern Klarheit und verkörperte Wahrheit. In diesem Raum sind Klientinnen eingeladen, zu verlangsamen, sich mit ihrem inneren Kompass zu verbinden und die Geschichten, die sie leben, bewusst neu zu schreiben – wieder Autorin ihres eigenen Lebens zu werden.

Im Kern ihrer Arbeit steht eine klare Überzeugung: Frauen müssen nicht empowert werden. Sie dürfen die Autorität zurückholen, die bereits in ihnen liegt. Pia begegnet ihren Klientinnen als ganzen Menschen. Emotionen werden nicht nur kognitiv erkundet, sondern im Körper gespürt – was Kapazität, Selbstannahme und Integrität stärkt. Mit der Zeit finden Klientinnen zurück zu ihrem inneren Kompass und beginnen, aus Klarheit statt aus Kompensation zu führen.


Abschliessende Reflexion & Einladung

Pia wünscht sich, diese Arbeit ihr Leben lang fortzuführen. Während 1:1-Coaching in der Natur zentral bleibt, gewinnt die Arbeit mit Gruppen und Systemen für sie zunehmend an Bedeutung. Wenn Menschen ihre Selbstautorität zurückerlangen, beginnen sich Systeme zu bewegen.

Sie hinterlässt den Leserinnen und Lesern eine einfache Frage:
Wonach sehnst du dich?

Denn Autorin deines Lebens zu werden beginnt oft damit, den Sehnsüchten deines Herzens zuzuhören.

Wenn diese Frage in dir nachklingt, bietet ihre Arbeit einen Raum, sie zu erforschen – langsam, verkörpert und ohne etwas reparieren zu müssen.